Videoüberwachung – Die Auflösung einer Überwachungskamera ist wichtig
Die Auflösung ist die Zahl, mit der Hersteller am liebsten werben – und die am wenigsten darüber aussagt, ob Sie auf der Aufnahme später jemanden erkennen. Entscheidend ist nicht, wie viele Pixel der Sensor hat, sondern wie viele davon auf dem Gesicht landen.
Warum Full HD bei einer Überwachungskamera ausreicht
Fachlich rechnet man in Pixeln pro Meter. Für eine grobe Erkennung („da war jemand”) genügen rund 25 px/m. Um eine bekannte Person wiederzuerkennen, braucht es etwa 125 px/m, für eine belastbare Identifikation deutlich mehr.
Eine Full-HD-Kamera mit 1920 Pixeln Bildbreite und 90 Grad Blickwinkel erfasst auf fünf Metern Entfernung einen Ausschnitt von rund zehn Metern Breite. Das ergibt etwa 190 px/m – mehr als genug. Auf 15 Metern schrumpft derselbe Wert auf rund 64 px/m, und damit reicht es nur noch zur Erkennung, nicht zur Identifikation.
Der Hebel liegt also im Bildwinkel und in der Entfernung, nicht in der Megapixelzahl. Eine Kamera mit engerem Blickwinkel an der richtigen Stelle bringt mehr als die doppelte Auflösung aus doppelter Distanz.
In diesen Fällen genügt HD
720p reicht noch für Bereiche, in denen es nur um die Frage geht, ob jemand da war: ein Carport, eine Gartenhütte, ein Innenhof mit klaren Wegen. Sobald Sie Gesichter oder Nummernschilder brauchen, ist HD zu wenig.
Auf die Entfernung und Reichweite kommt es an
Prüfen Sie vor dem Kauf zwei Angaben im Datenblatt: den horizontalen Blickwinkel und – falls vorhanden – die Brennweite. Ein Weitwinkel von 130 Grad wirkt großzügig, verteilt die Pixel aber auf eine breite Fläche. 90 bis 110 Grad sind für Hauseingänge meist der bessere Kompromiss.
Bei Nacht kommt die Reichweite der Infrarot-LEDs dazu. Nützt die höchste Auflösung nichts, wenn das Motiv außerhalb der ausgeleuchteten Zone liegt. Mehr dazu unter Nachtsicht.
Hohe Auflösungen sorgen für einen guten Schutz
Es gibt Situationen, in denen sich 2K oder 4K klar auszahlen. Wer eine lange Einfahrt, einen großen Hof oder eine Gebäudefront mit einer einzigen Kamera abdecken muss, gewinnt durch die höhere Auflösung die Möglichkeit, im Nachhinein digital in das Bild hineinzuzoomen. Statt drei Kameras reicht dann eine.
Der Preis dafür ist Datenmenge. 4K erzeugt je nach Codec drei- bis viermal so viel Material wie Full HD. Bei lokaler Aufzeichnung brauchen Sie eine größere und robustere Karte – welche, steht unter Welche SD-Karte. Bei Cloud-Speicherung landen Sie schnell in einem teureren Tarif; Alternativen dazu unter Kameras ohne Abo.
Kurz gefasst: Full HD plus durchdachte Position schlägt 4K plus schlechte Position. Investieren Sie das Geld lieber in eine zweite Kamera am zweiten Zugang als in mehr Pixel an derselben Stelle.
Häufige Fragen
Reicht Full HD für eine Überwachungskamera?
In den meisten Fällen ja. Auf typischen Entfernungen von fünf bis zehn Metern und mit einem sinnvoll gewählten Bildausschnitt liefert 1080p genug Detail, um Personen und Fahrzeuge zu identifizieren.
Wann lohnt sich 4K?
Wenn eine einzelne Kamera eine große Fläche abdecken soll und Sie im Nachhinein in das Bild hineinzoomen wollen – etwa auf einer langen Einfahrt oder einem Hof. Für einen Hauseingang ist 4K meist überdimensioniert.
Kostet eine höhere Auflösung mehr Speicherplatz?
Deutlich. 4K erzeugt je nach Codec drei- bis viermal so viel Datenmenge wie Full HD. Bei lokaler Speicherung bedeutet das eine größere Karte, bei Cloud-Speicherung häufig ein teureres Paket.
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