Überwachungskamera montieren: Höhe, Winkel und Standort
Die teuerste Kamera nützt nichts, wenn sie an der falschen Stelle hängt. Umgekehrt liefert ein günstiges Modell an der richtigen Position über Jahre brauchbares Material. Vor dem Bohren lohnt deshalb eine halbe Stunde Nachdenken.
Die richtige Höhe
Zwischen 2,50 und 3,00 Metern liegt der Kompromiss. Darunter erreicht ein Erwachsener die Kamera mit ausgestrecktem Arm oder einem einfachen Werkzeug. Darüber wird der Blickwinkel so steil, dass Sie hauptsächlich Schädeldecken und Kapuzen aufzeichnen – und genau das Gesicht fehlt, auf das es ankommt.
Bei Kameraleuchten gibt die vorhandene Leuchtenposition die Höhe oft vor. Das ist meist unkritisch, weil Außenleuchten typischerweise in genau diesem Bereich sitzen.
Der Blickwinkel
Neigen Sie die Kamera so, dass die obere Bildkante knapp über Kopfhöhe endet. Alles darüber ist verschenkte Bildfläche – Himmel und Dachrinne haben noch niemanden identifiziert. Der ideale Neigungswinkel liegt bei den meisten Montagehöhen zwischen 10 und 20 Grad nach unten.
Wichtig ist außerdem die Laufrichtung. Eine Kamera, die frontal auf einen Weg schaut, hat die Person länger im Bild als eine, die quer dazu montiert ist. Bei quer verlaufenden Wegen huscht das Motiv in Sekundenbruchteilen durch den Ausschnitt.
Warum die Kamera nicht auf die Tür zeigen sollte
Akku- und Standby-Kameras brauchen nach dem Auslösen des Sensors ein bis drei Sekunden, bis die Aufzeichnung läuft. Wer die Kamera direkt auf die Haustür richtet, bekommt in dieser Zeit genau das Bild einer geschlossenen Tür – die Person steht bereits davor oder ist schon im Haus.
Richten Sie die Kamera stattdessen auf den Zuweg. Der Sensor löst aus, während die Person sich noch nähert, und die Aufzeichnung läuft, bevor sie die Tür erreicht. Wie diese Verzögerung technisch zustande kommt, steht unter Wie funktioniert eine Überwachungskamera.
Gegenlicht und Störquellen vermeiden
Drei Dinge ruinieren Aufnahmen zuverlässig:
- Gegenlicht. Eine Kamera, die nach Süden oder in eine Straßenlaterne blickt, liefert Silhouetten statt Gesichter. Drehen Sie die Blickrichtung oder nutzen Sie eine Kamera mit WDR (Wide Dynamic Range).
- Reflektierende Flächen. Glastüren, helle Fliesen und nasses Pflaster werfen das Infrarotlicht zurück und überstrahlen das Bild. Bei Kameras hinter Glas ist das Problem am größten – deshalb gehört eine Außenkamera nach draußen, nicht ans Innenfenster.
- Bewegte Vegetation. Äste im Erfassungsbereich lösen bei Bildanalyse-Kameras dauerhaft aus. Entweder zurückschneiden oder den Bereich in der App maskieren.
Erfassungsbereich vorher festlegen
Bevor Sie bohren: Halten Sie das Smartphone mit der Live-App an die geplante Position und schauen Sie sich das Bild an. Prüfen Sie dabei zwei Dinge gleichzeitig – ob der relevante Bereich vollständig drin ist und ob Nachbargrundstück, Gehweg oder Straße mit im Bild sind. Letzteres muss weg, notfalls über die Privatzonen-Maskierung. Die rechtlichen Vorgaben dazu stehen unter Ist eine Überwachungskamera am Haus erlaubt.
Kabelführung und Wetterschutz
Führen Sie Kabel nach Möglichkeit von unten in das Gehäuse, damit Wasser nicht an der Einführung entlangläuft. Wo Kabel frei liegen, gehören sie in ein UV-beständiges Leerrohr – nicht wegen der Optik, sondern weil ein durchtrenntes Kabel die einfachste Art ist, eine Kamera auszuschalten.
Welche Schutzart das Gehäuse mindestens haben sollte, steht unter IP-Schutzklassen.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte eine Überwachungskamera hängen?
Zwischen 2,50 und 3,00 Metern. Tiefer ist sie leicht erreichbar, höher blickt sie zu steil von oben und erfasst kaum noch Gesichter.
Sollte die Kamera direkt auf die Haustür zeigen?
Besser nicht. Kameras brauchen nach dem Auslösen ein bis drei Sekunden bis zur Aufzeichnung. Richten Sie sie auf den Weg zur Tür, dann ist die Person bereits im Bild, wenn die Aufnahme startet.
Darf ich die Kamera an der Hauswand einer Mietwohnung anbringen?
Nur mit Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters, weil Sie in die Bausubstanz eingreifen und Gemeinschaftsflächen betroffen sein können. Holen Sie die Zustimmung schriftlich ein.
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