Nachtsicht bei Überwachungskameras: Infrarot, Weißlicht oder Starlight?
Die meisten Einbrüche in Wohngebäude passieren nicht mitten in der Nacht, aber viele in der Dämmerung und Dunkelheit. Genau dann entscheidet sich, ob eine Kamera brauchbares Material liefert.
Drei Wege zum Nachtbild
Infrarot: der Standard
Fast jede Außenkamera hat IR-LEDs. Sie strahlen unsichtbares Licht ab, der Sensor schwenkt den Infrarotfilter weg und zeichnet in Schwarzweiß auf. Der Vorteil: Niemand sieht, dass die Kamera arbeitet. Der Nachteil: keine Farben, und damit keine Aussage über Kleidung oder Fahrzeuglack.
Die angegebene Reichweite von 10 bis 30 Metern gilt für klare Nächte. Regen, Nebel und Schneefall streuen das IR-Licht und können das Bild komplett zusetzen – ein Effekt, den viele erst im ersten Winter bemerken.
Weißlicht: Farbe und Abschreckung
Kameras mit integriertem Scheinwerfer schalten bei Auslösung ein helles Licht zu und zeichnen in Farbe auf. Das bringt zwei Dinge gleichzeitig: verwertbare Details und einen sichtbaren Effekt, der viele Personen sofort umkehren lässt.
Genau das ist die Stärke von Kameraleuchten. Bei ihnen ist das Licht keine Zusatzfunktion, sondern die Grundfunktion; Leistung und Ausleuchtung sind entsprechend besser als bei den kleinen LEDs reiner Kameras. Modelle dazu finden Sie auf der Startseite und unter Überwachungskamera mit Licht.
Ein Punkt ist zu bedenken: Ein Scheinwerfer, der die halbe Nacht auf das Nachbarhaus strahlt, führt schneller zu Streit als jede Kamera. Stellen Sie Erfassungsbereich und Leuchtdauer eng ein.
Starlight-Sensoren: Farbe ohne Zusatzlicht
Lichtstarke Sensoren mit großer Blendenöffnung liefern auch bei wenig Restlicht Farbaufnahmen – etwa in einer Straße mit Laternen oder bei Vollmond. In völliger Dunkelheit stoßen aber auch sie an ihre Grenze und schalten auf Infrarot um.
Was im Datenblatt zählt
- Blendenöffnung: f/1.6 sammelt spürbar mehr Licht als f/2.2.
- IR-Reichweite in Metern, nicht die Zahl der LEDs.
- Umschaltschwelle: Manche Kameras wechseln zu früh auf Infrarot und verschenken in der Dämmerung die Farbe.
- WDR: hilft, wenn helle Lichtquelle und dunkler Bereich gleichzeitig im Bild sind.
Empfehlung
Für einen Hauseingang ist die Kombination aus Kamera und Weißlicht die stärkste Lösung: Sie schreckt sichtbar ab und liefert Farbe. Für unauffällige Überwachung eines Grundstücksrandes ist Infrarot besser, weil niemand sieht, dass gefilmt wird. Wer beides will, montiert eine Kameraleuchte am Eingang und eine reine IR-Kamera an der Rückseite.
Häufige Fragen
Sieht man bei Infrarot-Nachtsicht Farben?
Nein. Infrarotaufnahmen sind grundsätzlich schwarzweiß, weil der Sensor Licht außerhalb des sichtbaren Spektrums aufzeichnet. Farbige Nachtaufnahmen brauchen entweder einen Scheinwerfer oder einen sehr lichtstarken Sensor.
Wie weit reicht die Infrarot-Nachtsicht?
Je nach Modell zwischen 10 und 30 Metern. Die Angabe im Datenblatt bezieht sich meist auf ideale Bedingungen; bei Regen oder Nebel sinkt die Reichweite deutlich.
Was bedeutet Starlight bei einer Kamera?
Starlight bezeichnet besonders lichtempfindliche Sensoren, die bei minimalem Restlicht noch Farbbilder liefern. Sie brauchen aber immer noch etwas Umgebungslicht – in völliger Dunkelheit hilft nur eine aktive Lichtquelle.
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